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Welche weiterführende Schule ist die richtige für mein Kind?

Auf welche Schule geht es nach der Grundschule?

Anfang der Woche habe ich ein Thema beendet, das in den letzten Wochen und Monaten in unserem Leben sehr präsent war und ich habe danach – zumindest innerlich, alles andere wäre mir doch etwas peinlich gewesen – einen kleinen Jubeltanz aufgeführt. So, nun möchtest du bestimmt wissen, was ich Spektakuläres gemacht habe, oder? Ich habe persönlich im Sekretariat der weiterführenden Schule, die mein Sohn ab der 5. Klasse im September besuchen möchte, seine Unterlagen zur Schulanmeldung abgegeben. Check. Warum das wie ein kleiner Meilenstein für uns ist und wie wir die 4. Klasse in der Grundschule bis dato erlebt haben, erzähle ich dir hier.

Schulhefter und Federmäppchen liegen nebeneinander auf dem Tisch, außerdem drei Buntstifte und ein Radiergummi

Die letzte Klasse vor dem Übertritt in die weiterführende Schule

Ich habe von Müttern mit älteren Kindern schon oft gehört, dass die 4. Klasse in der Grundschule den Schülerinnen und Schülern, aber auch den Eltern viel abverlangt. Klar, es ist das letzte Schuljahr vor dem Übertritt in eine weiterführende Schule und in diesem wird sich entscheiden, mit welcher Schule es ab der 5. Klasse weitergehen wird. Die gängigsten Schularten sind wohl die Haupt- oder Mittelschule, Realschule und Gymnasium. Daneben gibt es auch Förder- und Sonderschulen sowie alternative Schulen wie z. B. Montessori oder Waldorf. Das nur am Rande erwähnt, kommen wir zurück zur 4. Klasse und sind wir doch mal ehrlich: Meistens kommt es einem nur halb so schlimm vor, wenn man von anderen hört, wie es läuft, als wenn man es selbst erlebt und gerade mittendrin steckt. Zumindest in diesem Fall war das so.

 

Ich möchte keiner Familie mit jüngeren Kindern Angst machen (echt nicht), aber dieses Schuljahr war schon wirklich herausfordernd und ich bin froh, dass wir durch sind! Ich habe mich selten so auf ein Schulzeugnis gefreut wie auf das Übertrittszeugnis meines Sohnes, das wir im Mai bekommen haben. Denn nicht umsonst heißt es, dass in der 4. Klasse auf die Kinder ein sog. "Proben-Marathon" wartet. Und das bedeutet, dass sie ab dem Herbst bis zu den Osterferien eine Schulaufgabe nach der anderen schreiben. Ich würde dir gerne sagen wie viele es genau waren, aber ich habe leider ziemlich schnell den Überblick verloren. Wenn es dich interessiert, kannst du es gerne recherchieren und mir mitteilen.

 

Natürlich macht man sich als Mama Gedanken darüber, wie das wohl wird. Was ich mich am Anfang dieser Zeit oft gefragt habe: Wie sehr muss ich mein Kind jetzt motivieren und dazu anhalten, für die Schulaufgaben zu lernen? Ist es jetzt notwendig? Oder können wir einfach so weitermachen wie in den ersten drei Jahren der Grundschule, in denen wir eigentlich, ohne großartig für die Proben lernen zu müssen, echt gut durchgekommen sind?

 

Naja, wir haben dann nach einiger Zeit für uns festgestellt, dass es ganz ohne lernen und Unterstützung doch nicht geht und mussten uns hier etwas umstellen. In manchen Fächern hat es je nach aktuellem Thema gut geklappt ohne weitere Vertiefung, in anderen war es nicht schlecht, dass wir vorher gemeinsam den Stoff nochmal durchgegangen sind und wiederholt haben.

 

Aber weißt du, welche Aussage meines Sohnes mich in dieser Zeit echt zum Nachdenken gebracht hat? "Mama, die Schule überfordert mich." Ganz ehrlich, das hat schon etwas mit mir gemacht. Denn ich glaube es lässt niemanden kalt, wenn sich das eigene Kind von der Schule überfordert fühlt. Und das in der 4. Klasse!

 

Deshalb war unser oberstes Ziel als Eltern, keinen zusätzlichen Druck aufzubauen. Wir haben versucht, unser Kind so gut es geht in dieser Zeit zu unterstützen und gemeinsam zu lernen oder zu erklären, wo es notwendig war. War in diese Richtung jedoch überhaupt keine Motivation vorhanden, war das auch mal in Ordnung. Das ist ja wiederum das Gute am "Proben-Marathon", da lässt sich eine schlechte Note leichter ausgleichen.

 

Denn natürlich ist es eine Umstellung für das Kind, wenn in der 4. Klasse, mit seinen gerade mal neun oder zehn Jahren, plötzlich so viel mehr erwartet und gefordert wird. Dass die Schule auf einmal wichtiger ist als in den letzten Jahren und dass es eben oft nicht mehr reicht, "nur" die Hausaufgaben am Nachmittag zu machen. Die alleine hätten, nebenbei erwähnt, an manchen Tagen auch schon mehr als gereicht. 

Lernhefter mit Zirkel und Ordner auf Esstisch

Zwischen Ende Februar und Mitte April haben wir dann gemeinsam die Schulen in unserer Stadt besichtigt, die von den Noten her in Frage gekommen wären. Wir wollten uns ein Bild machen vom Gebäude, von der Atmosphäre und natürlich von den individuellen Ausbildungsrichtungen. Und was mich nach dem letzten Termin doch beruhigt hat: Die Erkenntnis, dass alle Schulen gut sind und dass mein Kind auf jeder der besichtigten Schulen gut aufgehoben wäre. Das einfach mal ganz neutral von außen betrachtet, ohne hier die Stärken und die Persönlichkeit meines Kindes zu berücksichtigen.

 

Trotzdem ist es selbst für mich als Mama schon beeindruckend und ehrlich gesagt auch etwas respekteinflößend, wenn man eine weiterführende Schule besichtigt, in diesem Fall war es ein Gymnasium, auf das ca. 1.500 Schüler*innen gehen. Das ist schon mal eine echte Hausnummer und ein großer Unterschied zur Grundschule, die so ungefähr 300 - 400 Schüler*innen zählt und gesamt nur ein paar Klassen mehr hat, als auf dem Gymnasium in einem Jahrgang sind.

 

Welche weiterführende Schule ist also die passende für mein Kind? Tja, das war eine Frage, die uns wirklich bis zum Schluss sehr beschäftigt hat. Man möchte sich ja für "die richtige" entscheiden. Natürlich kennt man sein Kind, seine Stärken und Schwächen, seine Begeisterung für manche Fächer und Themen. Sein organisatorisches Talent und seine Lust aufs Lernen. Und seine Noten, die bei der Entscheidungsfindung ja eine nicht ganz unbedeutende Rolle spielen. Denn ohne die richtigen Noten fällt manche Schule vorab schon mal raus oder es wird ein Probeunterricht bzw. eine Aufnahmeprüfung erforderlich. Fürs Gymnasium wird aktuell ein Notendurchschnitt von 2,33 oder besser benötigt, für die Realschule 2,66. Zumindest in Bayern ist das so, das kann je nach Bundesland auch etwas abweichen.

 

 

Für mich persönlich war es auch nochmal gut, mit seiner Klassenlehrerin ins Gespräch zu gehen und mir ihre Meinung zum Thema einzuholen. Denn sie hat als Lehrerin nochmal eine ganz andere Sichtweise auf diese Thematik und auf mein Kind als ich.

 

Letzten Endes war es dann mein Sohn, der die Entscheidung für seine weiterführende Schule getroffen hat. Und das ist auch gut so, denn mir ist ein Satz in Erinnerung geblieben, den ich in dem Vortrag eines Schulleiters gehört habe: "Lassen Sie Ihr Kind entscheiden, auf welche Schule es gehen möchte. Damit es Ihnen nicht irgendwann mal den Vorwurf machen kann, dass Sie als Eltern schuld daran sind, dass es auf dieser Schule ist und nicht auf einer anderen."

 

Wir als Eltern sind mit der Entscheidung natürlich einverstanden und werden gemeinsam mit unserem Kind nun diesen neuen, unbekannten Weg gehen. Dass er nicht leicht wird und wir uns hier ab September wahrscheinlich wieder an einen neuen Alltag gewöhnen müssen, ist uns jetzt schon bewusst. Aber gut, was ist schon leicht.

 

Es gibt keine Schule, auf der man nicht lernen muss. In der es keine Konflikte gibt. In der alles perfekt ist.

 

Deshalb ist diese Entscheidung auch keine Einbahnstraße und ich finde, das sollte sie für niemanden sein. Man muss sich nach der 4. Klasse eben für eine weiterführende Schule entscheiden, weil es das Schulsystem erfordert. Aber dennoch kann man auch danach immer individuell reagieren, wenn man feststellt, dass es dem Kind auf dieser Schule nicht gut geht oder sie doch nicht die passende ist.

  

Denn ich kenne meine Kinder und vertraue darauf, dass sie ihren Weg gehen werden.

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