Minimalismus in der Adventszeit - geht das?
In wenigen Wochen ist der erste Dezember und viele Kinder freuen sich darauf, das erste Türchen oder Tütchen ihres Adventskalenders zu öffnen. Nachdem meine Kinder letztes Jahr zum ersten Mal einen selbst gebastelten Adventskalender bekommen und sich sehr darüber gefreut haben, überlege ich aktuell noch, wie ich es in diesem Jahr machen soll. Denn passen mein Wunsch nach Minimalismus und ein selbst gefüllter Adventskalender zusammen? Ich bin mir nicht sicher.
24 Tütchen, die nachhaltig gefüllt werden wollen
Vielleicht hast du meine Blogartikel zum Thema Minimalismus schon gelesen? Wenn nicht erzähle ich dir mal kurz davon, damit du den Hintergrund dieses Artikels besser verstehen kannst. Ich lebe mit meiner Familie in einem kleinen Häuschen und wünsche mir, weniger Dinge zu besitzen, damit es ordentlicher und die Ordnung auch leichter zu halten ist. Daher bin ich seit ungefähr einem Jahr immer wieder damit beschäftigt, Dinge auszusortieren und Schränke neu zu organisieren. Getreu dem Motto „Weniger ist mehr“ bin ich sehr zurückhaltend geworden, wenn es darum geht, neue Dinge einzukaufen. Ich frage mich vorher immer, ob ich diesen Gegenstand wirklich brauche oder ob ich ihn nur schön finde und ich eigentlich keine Verwendung dafür habe. Denn irgendwie macht jedes Teil, das man besitzt, Arbeit. Und ich merke einfach, dass es mir persönlich so viel besser geht, wenn alles übersichtlich und aufgeräumt ist.
Das war jetzt die Kurzversion, du kannst dir meine Artikel zum Thema Minimalismus hier gerne in der Langfassung durchlesen, wenn du möchtest. Nun aber wieder zurück zum eigentlichen Thema, dem Adventskalender für meine Kinder. Da ich gerade eher in der Stimmung bin und alle überflüssigen Teile, die sich in meinem Haus befinden, loswerden möchte, bekomme ich etwas Bauchschmerzen, wenn ich an einen selbst gebastelten Adventskalender für meine Kinder denke. 24 Tütchen pro Kind, die gefüllt werden wollen und mit denen wieder neue Dinge in unser Haus einziehen.
Keine Sorge, mir ist schon klar, dass mein Wunsch nach Minimalismus mein persönliches Thema ist und ich meine Kinder außen vorlassen sollte. Ich habe auch gelesen, dass man erst bei sich und seinen Sachen anfangen soll. Denn auch wenn es nicht den Anschein macht, aber ein Haus (auch meines) beherbergt viele Dinge, die mit Kindern erst mal überhaupt nichts zu tun haben und man solle daher nicht ständig die vielen Kindersachen als Ausrede nehmen, warum man nicht in die Umsetzung kommt. Passend dazu fällt mir gleich der Spruch "Vor der eigenen Haustür kehren" ein.
Meine Jungs haben sich letztes Jahr jedenfalls total über ihren ersten, selbst gebastelten Adventskalender gefreut (s. Foto oben) und er war mit tollen Kleinigkeiten gefüllt, die überwiegend gut ankamen bei ihnen. Allerdings ist es schon so, das möchte ich hier auch ehrlich sagen, dass einige dieser Dinge im Laufe der Zeit auch wieder in Gruschel Kisten landeten und seitdem nicht mehr angesehen wurden. Hier findest du den Blogartikel, den ich vor fast genau einem Jahr dazu geschrieben habe.
Ein selbst gebastelter Adventskalender macht viel Arbeit, kostet mehr Geld als einer mit Schokolade und die Wertschätzung ist seitens der Kinder auch nicht immer da, gerade wenn sie ein Tütchen öffnen, mit dessen Inhalt sie überhaupt nicht zufrieden sind. Das, denke ich, muss man an dieser Stelle auch einfach mal so sagen.
Daher habe ich mir in den letzten Tagen Gedanken darüber gemacht, womit ich den Adventskalender für meine Kinder befüllen könnte und das mit Teilen, die nicht in einer Gruschel Kiste landen. Sondern mit Dingen, die entweder in Gebrauch oder nach einmaligem Verbrauch weg sind.
Eingefallen sind mir Dinge, die Kinder aktuell jahreszeitbedingt immer benötigen:
- Handschuhe* (die gehen grundsätzlich verloren bei uns oder werden irgendwo vergessen)
- Socken*, gerne bunt
- Multifunktionstuch*, Schal
- Haarspangen, Haarband
- Mütze*, Stirnband
- Handwärmer* (meine Kinder lieben sie einfach, wenn sie in der Früh bei kalten Temperaturen zur Bushaltestelle gehen)
- Wärmekissen*, Wärmflasche
Dann gibt es die Möglichkeit zu schauen, mit welchen Spielsachen sie sowieso gerne spielen. Hier kann man vielleicht einfach etwas kleines dazukaufen:
- Bausteine für Lego*
- Neue Figur für Playmobil*
- Zubehör für Bügelperlen*
- Stifte, Schere, Kleber
- Garn oder Faden
- Pokémon
- Zubehör für Puppen*
- Utensilien für die Spieleküche*
Außerdem kann man sich Dinge aussuchen, die einmalig und nach Gebrauch weg sind:
- Badezusatz*
- Mini-Seife
- Duschgel
- Fußbad-Tütchen
- Lebkuchen
- Müsliriegel
- Ein Stück Lieblingsschokolade
- Teebeutel
Des Weiteren kann man Gutscheine verschenken, die entweder selbst gemacht oder gekauft sind:
- Eine Kugel Eis in der Eisdiele
- Filmeabend mit Popcorn, das Kind darf den Film aussuchen
- Nachtwanderung mit Taschenlampe
- "Heute darfst du aussuchen, was wir am Nachmittag spielen"
- Für einen Ausflug nach Wahl (z. B. Schlittschuhlaufen, Bücherei, Waldspaziergang)
- Für einen bestimmten Kinofilm, der bald läuft (würde man den Film sowieso ansehen, entstehen hierfür ja keine Extrakosten)
Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, kreative Sachen in die Tüten zu stecken:
- Ausmalbild oder Mandala
- Bastelaufgaben (z. B. "Bastle einen Stern aus Papier")
- Rätselblatt (z. B. "Finde den Unterschied")
- Witze
- Aufgaben, die gelöst werden müssen (z. B. "Suche etwas Gelbes im Garten oder im Park")
Es gibt also auch viele Möglichkeiten, einen Adventskalender für Kinder minimalistisch zu füllen. Also mit Dingen, die danach nicht lose rumliegen oder in einer Gruschel Kiste verschwinden, sondern die bespielt, getragen, gegessen oder aufgebraucht werden. Die Kosten sind hierfür natürlich ganz unterschiedlich, schaue da einfach, was du ausgeben möchtest.
Lego z. B. geht bei meinen Jungs immer und da weiß ich, dass das sinnvoll investiert wäre. Und da Handschuhe bei uns im Laufe des Winters leider auch immer verloren gehen, müsste ich diese eh kaufen. Der Gutschein für den Kinobesuch wäre auch gut, denn ich weiß jetzt schon, dass im Januar ein Film in die Kinos kommen wird, den wir gemeinsam ansehen möchten. Die Kosten für den Eintritt hätte ich sowieso, warum also diesen Besuch nicht gleich als Gutschein verschenken und die Vorfreude vergrößern? Meinetwegen auch mit einer kleinen Tüte Popcorn für jeden.
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr freunde ich mich gerade mit dem Gedanken an, meinen Jungs auch in diesem Jahr wieder einen selbst gebastelten Adventskalender zu schenken. Ich werde mir das die nächsten Tage auf jeden Fall nochmal durch den Kopf gehen lassen und mir eine Liste erstellen mit Dingen, die ich sowieso für sie kaufen müsste. Dann überlege ich mir, was ich noch dazu in die anderen Tütchen stecken könnte. Und wenn ich dann immer noch der Meinung bin, dass ich den Adventskalender selbst befüllen möchte, werde ich langsam anfangen die Dinge zu besorgen. Denn so viel Zeit bleibt ja nicht mehr.
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